Wartungsplan für Maschinen in sieben Schritten erstellen
Bild: Wartungsfundus

Wartungsplanung

Teil von Wartungsplanung in der Industrie: Schritte, Normen und Software

Wie erstelle ich einen Wartungsplan für Maschinen und Anlagen?

Wartungsplan erstellen: Sieben Schritte von der Anlagenerfassung bis zur Maßnahmenplanung, mit DGUV-Formularen, Software und Beispielkosten in Euro.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Sieben Schritte führen von der Anlagenerfassung zur Maßnahmenplanung.
  • Die BetrSichV verlangt Prüfungen, Wartung und Instandhaltung mit dokumentierten Fristen.
  • Formulare und Checklisten der DGUV dienen als Vorlage.
  • Für 50 Anlagen sind 40 bis 80 Arbeitsstunden realistisch.
  • Externe Beratung kostet im Beispiel 4.500 Euro netto.

Die sieben Schritte von der Anlagenerfassung bis zur Maßnahmenplanung

Schritt 1: Anlagen erfassen. Listen Sie jede Maschine mit Inventarnummer, Standort, Baujahr und Hersteller auf. Betriebsanleitungen und Datenblätter liefern die technischen Grundlagen.

Sieben Schritte zum Wartungsplan

  1. Anlagen erfassenInventarnummer, Standort, Baujahr
  2. Anlagen gruppierengleichartige Maschinen zusammenfassen
  3. Gefährdungen beurteilenRisiken je Gruppe bewerten
  4. Fristen festlegenHerstellerangaben und BetrSichV
  5. Tätigkeiten beschreibenArbeiten, Werkzeug, Ersatzteile
  6. Verantwortliche zuordnenName, Intervall, Startdatum
  7. Maßnahmen planenFälligkeiten in den Plan übernehmen

Schritt 2: Anlagen gruppieren. Fassen Sie gleichartige Maschinen zu Gruppen zusammen. Das verkürzt die spätere Planung erheblich. Eine Presse, drei Pumpen und zwei Kompressoren ergeben drei Gruppen statt sechs Einzelpläne.

Schritt 3: Gefährdungen beurteilen. Bewerten Sie je Gruppe die Risiken durch bewegte Teile, Druck, Hitze oder elektrische Spannung. Das Ergebnis bestimmt Prüftiefe und Intervall. Eine Gefährdungsbeurteilung gehört ohnehin zur Pflicht jedes Arbeitgebers.

Schritt 4: Fristen festlegen. Herstellerangaben sind die erste Quelle. Fehlen sie, helfen Erfahrungswerte, die Gefährdungsbeurteilung und die Vorgaben der BetrSichV. Tragen Sie kurze Intervalle getrennt ein, sonst verliert der Plan seine Aussagekraft.

Schritt 5: Tätigkeiten beschreiben. Notieren Sie je Anlage die anfallenden Arbeiten: Sichtprüfung, Schmierung, Filterwechsel, Messung. Vermerken Sie benötigtes Werkzeug und die Ersatzteile. Genaue Arbeitsanweisungen verkürzen die Ausführung und senken die Stillstandzeit.

Schritt 6: Verantwortliche zuordnen. Jede Position erhält einen Namen, ein Intervall und ein Startdatum. Vertretungen gehören ebenfalls in den Plan. Ohne klaren Eigentümer bleibt eine Position bei Ausfall liegen.

Schritt 7: Maßnahmen planen. Führen Sie alle Positionen mit Fälligkeit in einer Übersicht zusammen. Legen Sie fest, wer die Erledigung abzeichnet und wo Mängel gemeldet werden. Der Plan wird damit zum Steuerungsinstrument, nicht zum Archiv.

Prüffristen rechtssicher festlegen

Nach der Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln müssen Arbeitsmittel regelmäßig geprüft und die Ergebnisse dokumentiert werden.

Welche Fristen gelten, steht dort nur selten. Herstellerangaben, Gefährdungsbeurteilung und berufsgenossenschaftliche Regeln füllen diese Lücke. Die Prüfung übernimmt eine befähigte Person mit technischer Ausbildung und Erfahrung.

Vorschriften, Regeln und Informationen der DGUV bündeln diese Vorgaben und liefern Muster für die Dokumentation.

Ergänzend beschreiben Normen Anforderungen an Schutzeinrichtungen und deren wiederkehrende Prüfung, erläutert beim Arbeitsschutz in der Normung der DIN.

Formulare, Software und Datenpflege

Muster für Gefährdungsbeurteilung und Prüfprotokolle finden sich im DGUV-Portal zur Prävention. Ältere Reihen wie der BGIA-Report enthalten ausgefüllte Beispiele, die sich an den eigenen Anlagenbestand anpassen lassen.

Bis etwa 50 Anlagen reicht eine Tabellenkalkulation mit Filtern nach Fälligkeit. Bei wachsendem Bestand wird die Pflege per Hand fehleranfällig. Zwei Personen sollten stets Zugriff haben, damit Urlaub und Krankheit den Plan nicht stoppen.

Ein CMMS wie Mainsim führt Anlagenstammdaten, Fälligkeiten, Ersatzteile und Prüfberichte in einer Datenbank. Der Plan aktualisiert sich dann aus den Rückmeldungen der Techniker. Bei der Auswahl zählen Anlagenzahl, Schnittstellen zur ERP-Software und eigene Prüfmerkmale.

Zeitaufwand und Kosten: Beispielrechnung

Der Aufwand wächst mit der Zahl der Anlagen und der Tiefe der Dokumentation. Für 50 Maschinen sind 40 bis 80 Arbeitsstunden realistisch.

Zwei Wege stehen offen: eigene Erstellung oder externe Beratung. Die folgende Beispielrechnung zeigt beide Varianten, alle Beträge netto zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer. Interne Stunden sind mit 70 Euro Vollkosten angesetzt.

Aufwand

Eigene Erstellung
60 Stunden zu 70 Euro
Externe Beratung
Pauschale

Netto

Eigene Erstellung
4.200 Euro
Externe Beratung
4.500 Euro

Brutto bei 19 Prozent Umsatzsteuer

Eigene Erstellung
4.998 Euro
Externe Beratung
5.355 Euro

Die externe Variante kostet mehr, liefert dafür fertige Fristen und Vorlagen. Wer den Plan danach selbst pflegt, braucht rund vier Stunden im Monat.

Nach dem Start: Intervalle prüfen und Plan pflegen

Ein Wartungsplan wirkt nur, wenn die Termine im Alltag ankommen. Hängen Sie die Fälligkeiten der laufenden Woche in der Werkstatt aus und besprechen Sie sie in der Morgenrunde.

Nach den ersten drei Monaten prüfen Sie, welche Positionen zu oft oder zu selten ausgelöst haben. Passen Sie Intervalle an, bevor sich Ersatzteile stapeln oder Ausfälle häufen.

Erfassen Sie jede Störung mit Ursache und Dauer. Diese Zahlen zeigen nach einem halben Jahr, ob der Plan passt.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Erstellung eines Wartungsplans?

Für 50 Anlagen sind 40 bis 80 Arbeitsstunden üblich, verteilt über mehrere Wochen. Wer Formulare übernimmt und Anlagen gruppiert, spart etwa ein Drittel der Zeit.

Muss der Wartungsplan schriftlich vorliegen?

Die BetrSichV verlangt eine dokumentierte Gefährdungsbeurteilung und nachvollziehbare Prüfergebnisse. Ein schriftlicher Plan ist der einfachste Nachweis, auch gegenüber der Aufsicht.

Reicht eine Excel-Tabelle für den Wartungsplan?

Bis etwa 50 Anlagen ja, sofern Fälligkeiten und Erledigungen gepflegt werden. Danach wird ein CMMS wirtschaftlicher, weil Ersatzteile und Berichte mitlaufen.

Wer legt die Prüffristen fest?

Der Arbeitgeber, meist über eine befähigte Person. Grundlagen sind Herstellerangaben, Gefährdungsbeurteilung und die Regeln der Unfallversicherungsträger. Die Fristen gehören in den Plan und in die Unterweisung.

Was kostet ein Wartungsplan?

Für 50 Anlagen kostet die Erstellung intern etwa 4.200 Euro netto, extern als Pauschale rund 4.500 Euro netto. Mit 19 Prozent Umsatzsteuer liegt der Bruttobetrag bei 4.998 beziehungsweise 5.355 Euro.

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