Kreiselpumpe mit Schwingungssensor am Lagergehäuse während der Inspektion
Bild: Wartungsfundus

Wartungsplanung

Teil von Instandhaltung von Anlagen: Strategien, Normen und Kennzahlen

Was ist der Unterschied zwischen Wartung und Instandhaltung?

Wartung, Inspektion und Instandsetzung nach DIN 31051 und DIN EN 13306 klar abgegrenzt: Beispiele aus der Praxis, Kosten pro Wartungsstunde und Pflichten im Betrieb.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Instandhaltung ist der Oberbegriff. Wartung, Inspektion und Instandsetzung sind Teile davon.
  • Wartung pflegt die Anlage. Ein Ölwechsel gehört dazu.
  • Inspektion prüft den Zustand. Eine Schwingungsmessung ist ein Beispiel.
  • Instandsetzung repariert einen Defekt. Ein neues Lager ist ein Beispiel.
  • Ein Servicetechniker kostet netto rund 120 Euro pro Stunde. Mit 19 Prozent Mehrwertsteuer sind das 142,80 Euro.

Vier Begriffe, ein System

Instandhaltung ist der große Rahmen. Die Norm DIN 31051 des Deutschen Instituts für Normung ordnet ihr vier Maßnahmen zu: Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung. Wer nur von Wartung spricht, meint also einen Teil der Instandhaltung. Welche Normen den Arbeitsschutz betreffen, zeigt die DIN-Übersicht zum Arbeitsschutz.

Wartung, Inspektion, Instandsetzung, Verbesserung

Wartung

Ziel
Anlage pflegen
Beispiel
Ölwechsel
Verändert Anlage
Ja

Inspektion

Ziel
Zustand prüfen
Beispiel
Schwingungsmessung
Verändert Anlage
Nein

Instandsetzung

Ziel
Defekt beheben
Beispiel
Lager tauschen
Verändert Anlage
Ja

Verbesserung

Ziel
Ausfälle vermeiden
Beispiel
Langlebigeres Lager
Verändert Anlage
Ja

Wartung heißt: Sie pflegen die Maschine, damit sie läuft. Ein Ölwechsel am Getriebe ist Wartung. Auch das Nachziehen einer Schraube gehört dazu. Sie tauschen Verschleißteile, bevor etwas ausfällt. So halten Sie den Verschleiß auf.

Inspektion heißt: Sie schauen nach, wie es der Maschine geht. Sie messen und vergleichen Werte. Eine Schwingungsmessung am Lager ist Inspektion. Eine Sichtprüfung des Antriebsriemens zählt ebenfalls dazu. Dabei verändern Sie nichts.

Instandsetzung heißt: Etwas ist defekt, und Sie bringen es in Ordnung. Sie tauschen ein verschlissenes Lager. Sie dichten eine undichte Pumpe neu ab. Danach läuft die Anlage wieder.

Der vierte Baustein heißt Verbesserung. Dabei verändern Sie die Anlage, damit sie künftig seltener ausfällt. Sie bauen zum Beispiel ein langlebigeres Lager ein.

Die europäische Norm DIN EN 13306 beschreibt Instandhaltung als alle technischen und organisatorischen Maßnahmen während des Lebenszyklus einer Anlage. Sie definiert die Begriffe Wartung, Inspektion und Instandsetzung jeweils einzeln. In der Sache deckt sie sich mit der deutschen Norm.

Was die Betriebssicherheitsverordnung verlangt

Der Unterschied ist kein Streit um Worte. Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) verpflichtet den Arbeitgeber, Arbeitsmittel sicher zu verwenden und instand zu halten. Auch Prüfungen sind Pflicht. Wer Wartung, Inspektion und Instandsetzung trennt, kann Aufgaben klar verteilen und Nachweise führen. Den Wortlaut finden Sie in der Betriebssicherheitsverordnung im Bundesrecht.

Die Verordnung verlangt außerdem eine Gefährdungsbeurteilung. Darin legen Sie fest, welche Arbeiten wann nötig sind. Prüftermine gehören in einen Plan, damit keine Frist verstreicht.

Beispiel aus dem Alltag: Ölwechsel und Schwingungsmessung

Eine Kreiselpumpe läuft seit 8000 Betriebsstunden. Der Wartungsplan sagt: Ölwechsel. Das ist Wartung. Sie kostet Material und etwa eine halbe Arbeitsstunde.

Danach setzt der Techniker einen Sensor an das Lagergehäuse. Er misst die Schwingung, während die Pumpe läuft. Das ist Inspektion. Steigen die Werte über Wochen an, kündigt sich ein Lagerschaden an. Der Tausch des Lagers ist dann Instandsetzung.

Wichtig: Die Schwingungsmessung ersetzt den Ölwechsel nicht. Beide Aufgaben stehen im Wartungsplan, haben aber unterschiedliche Ziele. Die Wartung hält den Zustand, die Inspektion kontrolliert ihn.

Wie solche Messungen aufgebaut sind, beschreibt SKF in seinem Überblick zur Zustandsüberwachung.

Rechenbeispiel: Was eine Wartungsstunde kostet

Eine Beispielrechnung aus der Praxis. Ein Servicetechniker kostet netto 120 Euro pro Stunde. Für Ölwechsel und Kontrolle fallen zwei Arbeitsstunden an.

Rechenbeispiel Wartungsstunde

  • 240Euro nettoZwei Arbeitsstunden
  • 60Euro nettoÖl und Dichtung
  • 300EuroSumme netto
  • 57EuroMehrwertsteuer 19 Prozent
  • 357EuroGesamtbetrag brutto

Der Stundensatz ist ein Beispiel. Region und Anbieter verändern ihn. Fragen Sie vor der Beauftragung, ob Fahrtzeit, Material und Dokumentation enthalten sind. Sonst steigt die Rechnung.

Fragen Sie nach einem Angebot für den gesamten Wartungsplan. Dann fällt die Anfahrt nur einmal an.

Häufige Fragen

Ist Wartung dasselbe wie Instandhaltung?

Nein. Instandhaltung ist der Oberbegriff. Wartung ist eine Maßnahme darin.

Gehört eine Schwingungsmessung zur Wartung?

Nein. Sie ist Inspektion, weil sie den Zustand prüft und nichts verändert.

Was ist der Unterschied zwischen Wartung und Inspektion?

Wartung verändert die Anlage, etwa durch frisches Öl. Inspektion stellt den Zustand nur fest.

Muss ich Wartungen dokumentieren?

Für prüfpflichtige Arbeitsmittel verlangt die Betriebssicherheitsverordnung Aufzeichnungen. Gute Praxis ist ein Wartungsplan mit Datum, Tätigkeit und Name.

Wer darf instand setzen?

Der Arbeitgeber legt fest, welche Personen geeignet sind. Sie brauchen eine passende Ausbildung und eine Unterweisung.

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