Wartungsplanung
Teil von Wartungsprogramme für Instandhaltung im Vergleich
Wartungssoftware SAP PM oder Instandhaltungssoftware im Vergleich
Wartungssoftware im Vergleich: SAP PM gegen Mainsim, Siveco und HxGN EAM, mit Lizenzkosten in Euro, Funktionsumfang und typischer Einführungsdauer.
Das Wichtigste auf einen Blick
- SAP PM ist Teil von SAP ERP und SAP S/4HANA. Die Lizenzkosten beginnen bei rund 100 Euro pro Nutzer und Monat netto, dazu kommen 19 Prozent MwSt.
- Mainsim, Siveco und HxGN EAM sind eigenständige Instandhaltungssysteme, die als Abonnement aus der Cloud bezogen werden.
- SAP PM wird meist über mehrere Monate eingeführt, Cloud-CMMS gehen in wenigen Wochen in Betrieb.
- Die größten Unterschiede liegen bei Ersatzteilwirtschaft, Zustandsüberwachung und der Einbindung in eine bestehende ERP-Landschaft.
- Vor der Auswahl sollten Anforderungen an Sicherheit und Betrieb feststehen.
Welche Anforderungen die Auswahl bestimmen
Wartungssoftware muss zur Organisation passen, nicht umgekehrt. Für Betreiber kritischer Anlagen liefert der IT-Grundschutz des BSI den Rahmen für Sicherheit und Betrieb. Wer Anlagen mit hohem Ausfallrisiko steuert, sollte Verfügbarkeit, Rollen und Protokollierung vor der Anbieterauswahl festhalten.
Typische Prüfpunkte sind Anlagenhierarchie, Wartungspläne, Ersatzteilwirtschaft, mobile Erfassung, Schnittstellen zu ERP und Leitsystem sowie Auswertungen zu Ausfällen und Kosten. Erst danach lässt sich entscheiden, ob ein ERP-Modul oder ein spezialisiertes CMMS passt.
SAP PM: ERP-Modul mit hoher Integrationstiefe
SAP PM steht für Plant Maintenance und ist in SAP ERP sowie in SAP S/4HANA enthalten. Der Vorteil liegt in der durchgängigen Verbindung zu Materialwirtschaft, Controlling und Finanzbuchhaltung. Ersatzteile, Bestellungen und Instandhaltungskosten liegen in einer Datenbasis.
Der Aufwand liegt in der Konfiguration. Stammdaten, Wartungspläne, Arbeitsplätze und Messpunkte müssen aufgebaut werden, hinzu kommen Schulungen für Techniker und Planer. Deshalb dauert die Einführung meist mehrere Monate und bindet internes Personal.
Mainsim, Siveco und HxGN EAM im Überblick
Mainsim ist ein cloudbasiertes CMMS mit Fokus auf einfache Bedienung und mobile Nutzung. Bei Siveco gehören Wartungsplanung, Ersatzteilverwaltung und Auswertungen zum Funktionsumfang. HxGN EAM von Hexagon deckt Anlagenmanagement und Instandhaltung für große Anlagenbestände ab.
Mainsim richtet sich an kleine und mittlere Instandhaltungsteams und führt Anlagen, Wartungsaufträge und Ersatzteile in einer Oberfläche zusammen. HxGN EAM ergänzt Anlagenstrategien, Zuverlässigkeitskennzahlen und umfangreiches Berichtswesen. Siveco liefert Vorlagen für Industrie und Infrastruktur.
Alle drei Systeme kommen ohne SAP-Kern aus. Sie werden als Abonnement bezogen, der Anbieter betreibt die Infrastruktur. Das verkürzt den Start, verschiebt aber die Fragen von Datenhoheit und Integration in bestehende ERP-Prozesse.
Funktionsumfang und Betriebsmodell
Bei Wartungsplänen, Aufträgen und Ersatzteilen ähneln sich die Systeme. Unterschiede zeigen sich bei Zustandsüberwachung, mobiler Nutzung und Auswertungstiefe. SAP PM arbeitet mit Messpunkten und Zählerständen, Cloud-Systeme liefern Berichte und Dashboards häufig mit.
IBM positioniert mit der Maximo Application Suite ein weiteres System für Anlagenmanagement und Wartungsprogramme. Es besetzt das gleiche Marktsegment wie HxGN EAM und richtet sich an große Anlagenbestände.
Schnittstellen und Datenhaltung
SAP PM liest Stammdaten, Bestellungen und Kosten aus dem eigenen ERP. Fremdsysteme brauchen Schnittstellen oder Middleware. Bei Cloud-CMMS laufen die Daten auf Servern des Anbieters, der Export erfolgt über Standardschnittstellen.
Für Betreiber kritischer Infrastruktur ist die Datenhaltung ein Auswahlkriterium. Wer Vorgaben aus dem IT-Grundschutz einhalten muss, prüft Serverstandort, Verschlüsselung, Zugriffsrechte und Löschkonzept vor der Vertragsunterschrift.
Kosten und Einführungsdauer
Die Tabelle ordnet beide Welten ein. Die Angaben sind Richtwerte und keine Angebote.
| Kriterium | SAP PM | Mainsim, Siveco, HxGN EAM |
|---|---|---|
| Lizenzmodell | Nutzerlizenz, ab 100 Euro pro Nutzer und Monat netto | Abonnement pro Nutzer und Monat |
| Umsatzsteuer | 19 Prozent MwSt. | 19 Prozent MwSt. |
| Einführung | mehrere Monate | wenige Wochen bis Monate |
| Betrieb | eigener Betrieb oder SAP-Cloud | Cloud des Anbieters |
Beispielrechnung: Ein Betrieb mit 25 Nutzern zahlt für SAP PM ab 100 Euro netto je Nutzer und Monat 2.500 Euro netto im Monat. Das sind 30.000 Euro netto im Jahr, mit 19 Prozent MwSt. 35.700 Euro brutto. Einführung, Schulung und Betrieb sind darin nicht enthalten.
Neben den Lizenzkosten fallen bei SAP PM Aufwendungen für Einführung, Schulung und Betrieb an. Bei Cloud-Abos sind Betrieb und Updates im Abonnement enthalten.
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Daten zu Produktionsanlagen, Investitionen und Instandhaltungsaufwendungen im Verarbeitenden Gewerbe. Diese Werte helfen, das eigene Instandhaltungsbudget einzuordnen.
Prüfschritte vor der Entscheidung
- Anforderungen aus Instandhaltung und IT gemeinsam priorisieren.
- Kosten pro Nutzer und Monat, Einführungsdauer und Schnittstellen vergleichen.
- Referenzprojekte mit ähnlicher Anlagengröße prüfen.
- Datenmigration und Betriebsmodell kalkulieren.
- Verträge erst nach der Bewertung verhandeln.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die Lizenzkosten für SAP PM?
Die Lizenzkosten beginnen bei rund 100 Euro pro Nutzer und Monat netto, zuzüglich 19 Prozent MwSt. Der Preis hängt von Modulen, Nutzergruppen und Vertragsform ab.
Wie lange dauert die Einführung von SAP PM?
Meist mehrere Monate. Cloud-Systeme wie Mainsim oder Siveco gehen oft in wenigen Wochen in Betrieb.
Wann lohnt sich ein spezialisiertes CMMS statt SAP PM?
Wenn keine SAP-Landschaft vorhanden ist und ein schneller Start wichtiger ist als die tiefe Integration in ERP-Prozesse.
Was unterscheidet HxGN EAM von den anderen Systemen?
HxGN EAM ist auf große Anlagenbestände und umfangreiches Anlagenmanagement ausgelegt.