Wartungsplanung

Teil von Wartungsprogramme für Instandhaltung im Vergleich

Servicedienstleister für Wartungsprogramme in Deutschland

Servicedienstleister für Wartungsprogramme: Bilfinger, FERCHAU und Bertrandt, Leistungen und Tagessätze von 800 bis 1.200 Euro netto pro Beratertag.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bilfinger, FERCHAU und Bertrandt zählen zu den Anbietern, die Industriebetriebe beim Aufbau und Betrieb von Wartungsprogrammen unterstützen.
  • Die Leistungen reichen von der Implementierung von Wartungsplänen über Softwareeinführung und Schulungen bis zur Übernahme kompletter Instandhaltungsbereiche.
  • Beratertage werden überwiegend mit 800 bis 1.200 Euro netto abgerechnet, hinzu kommen 19 % Umsatzsteuer.
  • Die Betriebssicherheitsverordnung verpflichtet Betreiber zu Prüfung und Wartung der Arbeitsmittel, die Verantwortung bleibt beim Arbeitgeber.

Anbieter und ihre Schwerpunkte

Bilfinger mit Sitz in Mannheim zählt zu den größten Industriedienstleistern in Deutschland. Das Unternehmen übernimmt Instandhaltung, Wartung und Anlagenbetrieb, häufig als mehrjähriges Betreibermodell mit festen Reaktionszeiten. Zum Leistungsumfang gehören Wartungspläne, Ersatzteilmanagement und die Digitalisierung von Instandhaltungsprozessen.

FERCHAU vermittelt Ingenieure und Techniker und stellt Projektteams für Wartungsprogramme zusammen. Der Engineering-Dienstleister unterstützt bei der Erstellung von Wartungsplänen, bei der Einführung von Instandhaltungssoftware und bei der Schulung von Mitarbeitern. Auftraggeber buchen einzelne Spezialisten oder komplette Teams für die Dauer eines Projekts. Leistungen und Standorte listet die Übersicht von FERCHAU zu Engineering- und IT-Dienstleistungen.

Bertrandt aus Ehningen ist vor allem aus der Automobilentwicklung bekannt und arbeitet auch für Anlagenbauer und Betreiber. Die Ingenieure übernehmen technische Planung, Instandhaltungskonzepte und Dokumentation, oft gekoppelt an Modernisierungsprojekte. Der Schwerpunkt liegt auf Engineering, nicht auf dem laufenden Anlagenbetrieb.

Daneben stehen spezialisierte Softwareanbieter. Siveco und IBM mit der Maximo Application Suite liefern die Systeme, in denen Wartungsprogramme abgebildet werden. Systemhäuser und kleinere Ingenieurbüros übernehmen Einführung, Datenmigration und Anwenderschulung.

Anbieter Schwerpunkt Typische Leistungen
Bilfinger Industrieinstandhaltung Wartungspläne, Betreibermodelle, Ersatzteillogistik
FERCHAU Engineering-Personal Projektteams, Softwareeinführung, Schulungen
Bertrandt Technisches Engineering Planung, Instandhaltungskonzepte, Dokumentation
Siveco, IBM Software für Wartungsprogramme Wartungsplanung, Anlagenmanagement, Auswertungen

Was ein externes Wartungsprogramm kostet

Die Preisgestaltung folgt meist dem Beratertag. Für Projektleitung, Instandhaltungsingenieure und Softwareeinführung liegen die Sätze in Deutschland überwiegend zwischen 800 und 1.200 Euro netto pro Beratertag, zuzüglich 19 % Umsatzsteuer.

Beispielrechnung: Ein Werk plant die Einführung eines Wartungsprogramms mit 20 Beratertagen. Bei einem Tagessatz von 950 Euro netto entstehen 19.000 Euro netto. Mit 19 % Umsatzsteuer liegt die Rechnung bei 22.610 Euro brutto. Reisezeiten, Softwarelizenzen und Ersatzteile sind darin nicht enthalten.

Für den Budgetvergleich lohnen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu Industrie und Verarbeitendem Gewerbe. Sie erfassen Produktionsanlagen, Investitionen und Instandhaltungsaufwendungen und ordnen das eigene Volumen im Branchenschnitt ein.

In fünf Schritten zum passenden Dienstleister

  1. Anlagenliste erstellen und den Wartungsumfang entlang der Betriebssicherheitsverordnung prüfen.
  2. Lastenheft mit Leistungen, Laufzeit, Reaktionszeiten und Preisrahmen formulieren.
  3. Drei bis fünf Angebote vergleichen und Tagessätze, Nebenkosten sowie Lizenzen getrennt ausweisen lassen.
  4. Pilotprojekt an einer Linie vereinbaren, mit Kennzahlen wie Anlagenverfügbarkeit und Stillstandszeit.
  5. Vertrag mit Service-Level-Agreements, Ersatzteilregelung und Ausstiegsklausel schließen.

Betriebsmodelle und Vertragsgestaltung

Industriedienstleister arbeiten in drei Modellen. Bei der Projektberatung liefern sie Konzepte und begleiten die Umsetzung, die Instandhaltung bleibt im Werk. Im Managed-Service-Modell übernehmen sie feste Anlagenteams mit vereinbarten Reaktionszeiten. Beim Betreibermodell tragen sie zusätzlich Verantwortung für Verfügbarkeit und Ersatzteile.

Einkäufer sollten Preisgleitklauseln, Nachunternehmerketten und die Qualifikation der eingesetzten Techniker prüfen. Referenzen aus derselben Branche sagen mehr aus als Zertifikate. Bei Softwareprojekten gehört die Datenhoheit über Anlagenstammdaten und Wartungshistorie ausdrücklich in den Vertrag.

Häufige Fragen

Welche Anbieter übernehmen komplette Instandhaltungsbereiche?

Bilfinger und weitere Industriedienstleister bieten Betreibermodelle an, bei denen sie Personal, Planung und Ersatzteillogistik übernehmen. Eigentümer der Anlagen bleibt der Auftraggeber.

Mit welchen Tagessätzen ist zu rechnen?

Für Beratung, Projektleitung und Softwareeinführung sind 800 bis 1.200 Euro netto pro Beratertag üblich, zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. Lizenzen werden separat berechnet.

Wie lange dauert die Einführung eines Wartungsprogramms?

Je nach Anlagenzahl dauert die Einführung eines CMMS zwischen drei und zwölf Monaten. Ein Pilot an einer Linie liefert meist nach wenigen Wochen erste Ergebnisse.

Welche Pflichten bleiben beim Betreiber?

Die Betriebssicherheitsverordnung verpflichtet den Arbeitgeber zu Prüfung, Wartung und Instandhaltung der Arbeitsmittel. Diese Verantwortung lässt sich nicht an Dienstleister übertragen.

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